Umgestaltung Pfarrkirche, Selgersdorf

Ziel des Entwurfs ist es für die Pfarrkirche St. Stephanus in Selgersdorf einen neuen, identitätsgebenden, versammelnden Ort zu schaffen, der sowohl soziale wie auch spirituelle Mitte sein kann.

Die Einfachheit der raumbildenden Elemente, die Wahrheit des Materials und die Ausdehnung des Raums, verbunden mit unterschiedlichen Intensitäten des Lichts, sollen Sammlung, Begegnung und Transzendenz erfahrbar machen. Der liturgische Raum und der Gemeinderaum sollen als ein Gegenüber erfahren werden.

Bezugnehmend auf die ehemals vorhandene Dreischiffigkeit des Kirchenraums wird im mittleren Teil der Kirche ein hölzerner Körper eingestellt, der den Gemeindesaal aufnimmt.Der offene „Lichtraum“ der Kirche, der durch die abgependelten Leuchten betont wird und der gefasste Raum des Gemeindesaals geben dem früheren Mittelschiff eine neue Ausprägung. Der Gemeindebereich wird vom Kirchenbereich durch leichte Glasanschlüsse an die Bestandsbauteile - also mit geringstmöglicher Berührung - getrennt. So kann der Gemeindesaal als ein Körper im Raum und der Kirchenraum als Hüll- und Lichtraum erlebt werden.

Die Kirche erhält im Außenbereich einen neuen, einladenden Vorplatz mit Treppenanlage und Rampe, der sich auf die mögliche Neubebauung des ehemaligen Friedhofs beziehen kann. Eine weitere Kontaktstelle der Kirche ist das Pfarrbüro, das im Erd- und Obergeschoss des Kirchturms vorgesehen wird. Der Zugang ist direkt von außen oder für Behinderte durch die neue Eingangshalle möglich. Der Pfarrsaal kann mit der südlichen Eingangshalle und mit dem Kirchenraum durch Türen verbunden werden. Er erhält durch ein bodenständiges Fenster an der Nordseite Tageslicht sowie eine Belüftungsmöglichkeit und ist direkt von der Küche aus zu bewirtschaften. Er kann multifunktional für Sitzungen, private und kirchliche Feste wie auch Vorträge, Chorproben und kleinere Konzerte genutzt werden. Ein großes Stuhllager ist unmittelbar angeschlossen.

Der Kirchenraum halbiert durch den Einbau des Saals sein Volumen und ist gleichwohl optisch durch Verglasungen mit dem gesamten Raum als Einheit verbunden. An der Nordseite der Kirche wird die Küche mit Lagerräumen angeordnet, sie ist vom Gemeindesaal durch die Eingangshalle erreichbar und kann von außen angeliefert werden. Kleine WC-Anlagen mit zwei Garderoben liegen zentral in der Verlängerung des Gemeindesaals unter der Empore bzw. mit direktem Zugang vom Pfarrbüro. Aus der neuen Eingangshalle führt eine einläufige Treppe auf die bestehende Empore, die die beiden Gruppenräume aufnimmt. Die Räume können durch eine Türanlage miteinander verbunden werden. 

Das Obergeschoss des Gemeindesaals dient als Fläche für Technik, Lager (Archiv) und ergänzende WC-Anlagen sowie einen Putzraum. Der Kirchenraum wird durch den eingestellten Saal und die auf ihn bezugnehmenden alten Kirchenbänke in seiner mittigen Ausrichtung betont. Im Chorbereich soll die vorhandene Podesterhöhung entfernt und der Steinaltar weiter nach vorne in den Kirchenraum gesetzt werden. Ein Altarpodest bindet die liturgischen Orte, Altar, Ambo, Sedilien zu einer Einheit zusammen und versammelt die Gemeinde um den Altar. 

Der Chor kann durch eine kleine Treppenanlage, die die Möglichkeit einer Choraufstellung bietet, für die musikalische Gestaltung der Messe bzw. für kleine Konzerte genutzt werden.  Die neue Orgel ist im Südbereich des Chorraums vorgesehen und bietet damit direkten Kontakt zwischen Chor und Organist und Pfarrer. 

Die bestehende Kirche und die neuen Bauelemente sollen jeweils als „Zeitzeugen“ ablesbar sein und ein neues, auf einander bezogenes Ganzes bilden. Alle baulichen Eingriffe in der Kirche werden reversibel gestaltet, das bedeutet, dass sie rückgängig gemacht werden könnten.  Die drei geplanten neuen Eingänge wie auch die Öffnung der Fassade im Gemeindesaal werden ablesbar in einer zeitgemäßen Architektursprache gestaltet.

Die neuen Baukörper werden am Wand- bzw. Deckenanschluss durch gläserne Konstruktionen verbunden, so dass Eingriffe in die Bestandselemente minimiert werden, gleichwohl ablesbar bleiben. Sämtliche Fenster werden erhalten und nur im Bereich der Gruppenräume und des Pfarrbüros durch innenliegende neue Fenster thermisch abgeschlossen.

Straßenansicht Harscampstraße 11
Schwarzplan Harscampstraße 11
Grundriss Harscampstraße 11
Schnitt Harscampstraße 11

kaiser schweitzer architekten                                                                                                                                     

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